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Experten-Workshops als Präsenz-Veranstaltung oder virtuell durchführen?

Ein Erfahrungsbericht von Lothar Kuntz

Lothar Kuntz © Springer Medizin

Kann man ein Treffen von Experten, bei dem der Austausch und die Diskussion im Vordergrund stehen, auch remote durchführen, also als Videokonferenz? Kurz gesagt: Ja, das geht!

Wir von Springer Medizin haben diese Erfahrung soeben gemacht. Die Frühjahrstagung der Plattform Nutzenbewertung fand am 13/14.3.2020 statt. Normalerweise treffen sich 35-40 Experten der verschiedensten Stakeholder des deutschen Gesundheitswesens, um sich an einem Nachmittag plus einem Vormittag ausführlich über ein relevantes Thema rund um die AMNOG-Nutzenbewertung von neuen Arzneimitteln auszutauschen und zu diskutieren.

Dieses Mal war einiges anders: Die Corona-Pandemie war schon in Ansätzen zu erkennen, erste Teilnehmer mussten kurz vor dem geplanten Termin ihre Reisepläne canceln und auf eine Videoteilnahme umschwenken. Zum Glück sind wir flexibel! Wir hatten technisch bereits alles so organisiert, dass auch eine größere Runde mittels einer Video-Konferenz virtuell teilnehmen konnte. Am Ende hatten wir eine 50:50-Verteilung von Teilnehmern im Home Office und physisch vor Ort.

Was als Neuland begann wurde zu einer gelungenen Feuerprobe für ein Format, das sich für die nähere Zukunft als Normalzustand entwickeln könnte: Man kommt „nur“ virtuell zusammen, kann aber alle sehen und hören, mitdiskutieren, seine eigene Präsentation steuern. Es braucht nur eine gute Portion Disziplin und einen versierten Moderator, damit die Wortbeiträge auch für alle verständlich bleiben. Und alle Teilnehmer waren sich nach dem Termin darüber einig: Die technisch anderen Rahmenbedingungen der Tagung haben einer engagierten Diskussion keinerlei Abbruch getan. Auch mit so vielen Teilnehmern!

Wir bei Springer Medizin nehmen diese positive Erfahrung mit für die Konzeption der nächsten Experten-Roundtables, die wir immer häufiger veranstalten: Natürlich hat das Zusammentreffen face-to-face nochmals eine ganz eigene Qualität, aber für eine Diskussionsrunde über 2-3 Stunden, bei dem der fachliche Austausch und die Wissensvermittlung im Vordergrund stehen, ist das Videokonferenz-Format absolut geeignet.

Es hat sogar handfeste Vorteile: Solange Reisen und persönliche Treffen ein Gesundheitsrisiko darstellen, wird es gar nicht anders gehen. Auch die Bundeskanzlerin tut es und es funktioniert! Und so wie die Regierungsarbeit weitergehen muss, dürfen auch der Austausch in der scientific community und die Fortbildung der Ärzteschaft nicht zu einem kompletten Stillstand kommen. Experten mit einem vollen Terminkalender spart es An- und Abreise und macht dadurch manch Teilnahme an so einem Workshop überhaupt erst möglich. Eine Video-Konferenz spart Reisekosten und gut für das Klima ist sie ebenfalls.

Viele von uns machen gerade ihre ersten Erfahrungen einer längeren Periode mit dem Arbeiten vom Home Office aus. Wir werden uns daran gewöhnen und vielleicht sogar deutlich mehr wertschätzen, als wir uns vor 4 Wochen noch vorstellen konnten. Bei unseren Experten-Roundtables sind wir uns inzwischen sicher, dass das Format einer Video-Konferenz bald zum etablierten technischen Set-up dafür gehören wird.

Weitere Informationen zur Plattform Nutzenbewertung:

https://www.aerztezeitung.de/kooperationen/plattform-zur-nutzenbewertung

Lothar Kuntz